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Erbbegräbnis Rittergut Reusa

Grabstätten als Repräsentation von Adel und Bürgertum

Familie: Winckelmann, v. Müffling, Schneider

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 Rittergut Reusa mit Begräbniskapelle Christian v. Winkelmann ist der Erbauer von Schloss Reusa, welcher 1627 das Rittergut von der Stadt Plauen kauft und die Rittergüter Chrieschwitz und Unterlosa besitzt.

Auch die Begräbniskapelle, an der unteren Gartenecke und an der Dorfstrasse gelegen, ist von der Famile v. Winckelmann errichtet worden.

Christian v. Winkelmann selbst wird 1646 in der neuerbauten Begräbniskapelle beigesetzt.

Bild:
Rittergut Reusa mit der Begräbnisskapelle
[rechts am Bildrand]
Gustav Adolf Poenicke: Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen,
Bd. 5, Leipzig 1859

Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nachweisbar sind folgende Bestattungen in der Begräbniskapelle Reusa:

Christian v. Winckelmann
Rittergutsbesitzer auf Reusa, Unterlosa und Chrieschwitz, Flossoberaufseher
kauft am 5.10.1627 das Rittergut Reusa um 16.000 Gulden von der Stadt Plauen/Vogtl.
* Weida/Thüringen 12.2.1595, des Wolf v Winckelmann d. Ältere auf Mechelgrün und der Anna Kober aus Oschatz
+ Reusa 19.12.1645 [50 Ja.]
▭ Begräbniskapelle Reusa 6.11.1646
"Welcher ... den 19. Decembris Anno 1645 ...eingeschlaffen/und darauff den 6. Novemb. Anno 1646. in der newerbawten Begräbnüs=Capell beygesetzt worden."
I oo Leipzig 1622 Christina v. Felgenhauer, To. d. des Christoph v. Felgenhauer auf Riesa, Hirschstein, Zscheiplitz, Emseloh u. Branderoda
+ 1633 Roda
II oo um 1634 Johanna v. Steinbach, To. d. Engelhardt v. Steinbach zu Stöckigt

Johanne Wilhelmine v. Winckelmann
Nach dem Tod von Christian v. Winckelmann beschlossen die Familienmitglieder am 12. März 1646: Solange in Chrieschwitz und Unterlosa Angehörige der Familie Winckelmann ansässig seien, sollten diese ebenso wie die Reusaer das Recht auf Bestattung in der Kapelle haben."
+ Chrieschwitz 9.6.1723, ledig
▭ Begräbniskapelle Reusa

Friedrich Ferdinand v. Müffling genannt Weiss
* 29.8.1733
+ Reusa 3.6.1780 [47 Ja.]
▭ Begräbniskapelle Reusa
Epitaph mit Wappen v. Müffling
oo Christiane Wilhelmine v. Watzdorf, kinderlos

Christiane Wilhelmine v. Müffling, geb. v. Watzdorf
+ Reusa 19.10.1786
▭ Begräbniskapelle Reusa
oo Friedrich Ferdinand v. Müffling genannt Weiss

Ludwig Schneider
Dr. Schneider aus Plauen kauft am 8.2.1825 das gesamte Rittergut Reusa um 70.000 Taler aus der Hand von Joh. Christian Friedrich Schmidt, Rittergutsbesitzer auf Schneckengrün u. Reusa.
Belehnung am 27.06.1826.
Erbt am 30.01.1834 zur ungeteilten Hand das Rittergut Planschwitz mit Stein.
Belehnung am 29.12.1834.
+ Reusa 23.12.1857 [54 Ja.]
▭ um 1879 Begräbniskapelle Reusa
oo Marianne Wilhelmine Gutmacher, 1861 auf Rittergut Planschwitz mit Stein.

"Später stand sie lange Zeit unbenutzt. Um 1860 wurde darin Heu und Stroh aufbewahrt. 1870 wurde sie wieder instandgesetzt, 1879 darin Ludwig Schneider bestattet und später auch die zwei vorhergehenden Besitzer Dr. Ludwig Schneider [+ 1857] und sein Sohn Max [+ 1861] vom Gottesacker [Lutherplatz] zu Plauen nach jener Kapelle überführt. [Vogtl. Anzeiger 1903, Nr. 47]*

Paul Max Schneider
* Reusa 14.8.1827
+ Reusa 28.11.1861 [34 Ja.] unvermählt
Am 1. Advent wird er wie sein Vater zunächst auf dem Plauener Gottesacker beerdigt und viel später mit jenem zugleich in der Begräbniskapelle beigesetzt.
Marianne Wilhelmine Gutmacher, auf Rittergut Planschwitz mit Stein, erbt am 28.11.1861 das gesamte Rittergut Reusa von ihrem Sohn Paul Max Schneider.

Ludwig Ferdinand Schneider
* Reusa 14.5.1831
+ Reusa 8.8.1879 und wird sofort in der Begräbniskapelle zu Reusa bestattet.
oo 1873 Anna Marie Auguste Prüfer aus Dresden, kinderlos
Kauft am 30.12.1861 von seiner Mutter Marianne Wilhelmine Gutmacher um 80.000 Taler das gesamte Rittergut Reusa.
Christian Hermann Paul Dürbig kauft am 20.12.1879 aus der Hand von Anna, verw. Schneider, geb. Prüfer 2/4 des Rgts. und die anderen 2/4 des Rgts. von August Eugen Frhr. v. Schneider um 380.000 Mark.
August Eugen Schneider wird am 10. April 1866 im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha nobilitiert. Der Freiherrenstand wird am 20. Dezember 1866 im Königreich Sachsen bestätigt.

Quellen:
• Aegidius Wild: Leichenpredigt f. Christian v. Winckelmann, Zwickau, 1647
• Neupert sen., Alwin: Schloß Reusa, seine Vorbesitzer [...] in Mitteilungen des Altertumsvereins zu Plauen, 21. Jahresschrift auf das Jahr 1911, pag. 102‒116
• Vogel, Julius: Geschichte des Rittergutes Reusa 1428‒1810 in Mitteilungen des Altertumsvereins zu Plauen, 23. Jahresschrift auf das Jahr 1913, pag. 23‒60
• Gustav Adolf Poenicke: Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen, Bd. 5, Leipzig 1859
• Sachsens Kirchen-Galerie. Das Voigtland, umfassend die Ephorien Plauen, Reichenbach, Auerbach, Markneukirchen, Oelsnitz und Werdau, Bd. 11, Dresden 1844