Chronik Rittergut Endschütz

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Wappen der Familie von wolffersdorff Uradel, der im Vogtland [Wolfersdorf bei Berga] mit Gotfried von Wolfinsdorf 1240 urkundlich auftritt.

Die Rittergüter Wolfersdorf und Endschütz sind eng verbunden, weil sie über Jahrhunderte in Familienbesitz bleiben.

Wenn eines der Güter durch widrige Umstände zum Verkauf angeboten werden muss, erwirbt es meist ein Vetter aus der engen Verwandtschaft, um es für die Gesamtfamilie zu erhalten.

Heinrich von Wolffersdorff
Ritter, + 1509. Er sitzt auf Wolfersdorf, Endschütz, Wüstfalke, Kühdorf und Hainsberg und ist kurs. Obrist, Hauptmann a.d. Schneeberg und Amtmann zu Weida.

"1461 Reise zum heiligen Grabe nach Jerusalem"
"Heinrich von Wolffersdorff, Ritter, der wird Anno 1486 Amtmann uffn Schneeberg genennet"

Götz von Wolffersdorff
erw. 1494 und gestorben 1535 auf Endschütz ist verheiratet mit Katharina von Schleinitz, die ihm nur die Tochter Anna schenkt. Nach dem Tod seines Vaters hat er Endschütz mit Letzendorf übernommen, das er aber seinen Bruder Heinrich verkauft.
Götz von Wolffersdorff ist ein Gegner der Reformation.

zweite Visitation des thüringischen Kreises an der Saale 1529:
"Götz von Wolfersdorf zu Endschütz, der mit seinem alten ungeschickten Caplan das Papstthum vertheidigte."
"Götz von Wolfersdorf zu Endschütz [...] erklärt 1529 den Visitatoren, nicht von der Messe nach Väterart lassen zu wollen, verkauft seine Güter und zieht in das damals noch katholische Gera. Als dort die Reformation 1533 Einzug hält, macht er Anstalten, auch Gera den Rücken zu kehren."

Heinrich von Wolffersdorff
Heinrich erw. 1495 - 1565.
Oberhauptmann zu Gera und Glauchau
auf Endschütz, Wolfersdorf und Wüstfalke
oo Anna Barbara von Schleinitz mit der er zwei Töchter und einen Sohn Heinrich hat.

"der Naumburger Bischof Julius von Pflug [1499 - 1564] schlichtet am 7.2.1555 Streitigkeiten zwischen dem Domkapitel und Heinrich von Wolffersdorff zu Endschütz wegen der Stiftung des ehemaligen Meißner Dechanten Dr. Ulrich von Wolffersdorff für den Naumburger Dom."

Heinrich von Wolffersdorff
auf Wolfersdorf, Endschütz, Kühdorf und Hainsberg, Falka und Pohlen
* (um 1554)
+ Wolfersdorf 1607
oo um 1580 Barbara von Einsiedel [kinderlos]
Da es keine Nachkommen gibt verkauft Heinrich von Wolffersdorff das Rittergut Endschütz.
Hans Weisse
Bürgermeister zu Naumburg, der sich sogleich Erb- und Lehnherr zu Endschütz nennt.
+ 8.6.1580

Meisterhaft gestalteter Grabstein in der Kirche zu Endschütz.
Umschrift:
"[...] ERB VND LEHNHEER ALHIER ZV ENDSCHITZ [...] WEISSE BVRGERMEISTER ZVR (!) NAVMBVRCK DEN 8 IVNII 1580"

"Der Verstorbene, mit glatt geschnittenen, auf die Stirn hängenden Haaren, tiefliegenden und durchdringenden Augen, mit faltigem Gesicht, dessen Warzen sogar wiedergegeben sind, Hakennase und einem Knebelbart mit langer Spitze, ausgezeichnet durchgearbeitet, steht in schwarzem Rock, Mantel und Kniestrümpfen da, in der Rechten ein Buch, in der Linken sein Barett haltend [...]"

"Oben ein Giebel, schon barock geschweift und gerollt, mit einem Engelskopf im Giebelfeld gefüllt."

"Eine der trefflichsten Leistungen der Zeit und Gegend."

Robert Eisel: Sagenbuch des Voigtlandes, Nr. 775
"Bei Endschütz kam ein ganzer Berg, man nennt ihn seitdem den Kuchenberg, zu Zeiten einer großen Kriegs- und Hungersnot für drei Stück Kuchen an einen Anderen.
Dies war ein Ritter und man sieht ihn am Eingange der Kirche auch abgebildet mit dem Kuchen in der Hand."

NB: die Sage ist daraus entstanden, dass man das Barett [sieht wie ein Kuchen aus] in der linken Hand von Hans Weisse tatsächlich für einen Kuchen hielt.
Im Volksmund spricht man daher vom "Kuchenbergsmann."

 Grabplatte des 1580 verstorbenen Erb- und Lehnherr zu Endschütz Hans Weisse

Lebensgroßes Grabrelief des 1580 verstorbenen Hans Weisse
Foto: Werner Roth, 2015

1580 geht das schriftsässige Rittergut Endschütz wieder zurück in den Besitz der Wolffersdorffer.
1592 muss Heinrich von Wolffersdorff das Gut zurück erworben haben, denn er veräußert Endschütz vier Jahre später an seinen Vetter Hans Georg von Wolffersdorff.
1596 Hans Georg von Wolffersdorff aus der Linie Berga.
Er ist Oberforstmeister zu Cunnersdorf/Radeburg und mit Anna von Gröbel verheiratet.
Kinder sind von ihnen nicht bekannt. Deshalb verkauft er Endschütz nach wenigen Jahren, um bei Radeburg das Gut Oberhermsdorf zu erwerben.
Hans von Wolffersdorff
Hofmarschall, Geheimer Rat, Amtshauptmann von Schwarzenberg, Grünhain und Weißenfels.
Rittergutsbesitzer zu Neumühl, Markersdorf, Kühdorf und Hainsberg, Dehlitz.
Als Rittergutsbesitzer bemüht sich Hans von Wolffersdorff um die Konsolidierung seines Besitzes.
kauft 1576 das Rtg. Kühdorf und Hainsberg, das Rtg. Markersdorf und zugleich ein Drittel der Stadt Berga/Elster.
kauft 1593 das Rittergut Dehlitz im Domstift Merseburg.
kauft 1607 nach dem Tod seines verschuldeten Vetters Heinrich von Wolffersdorff das Rittergut Wolfersdorf und baut dort ein neues Herrenhaus.
* Markersdorf 9.9.1549
+ Dehlitz 19.5.1610 <> Kirche zu Dehlitz, prachtvolles Epitaph aus Alabaster ebd.
"gab das Epitaph für die Kirche zu Dehlitz nach dem Tod seiner Mutter 1613 in Auftrag und bekam es 1616 geliefert."
Inschrift:

"[...] im Jahre Christi 1549 geboren, einstmals dreier Kurfürsten von Sachsen Geheimrat und Hofmarschall gewesen war, nun aber am 19. Mai im Jahre der Erneuerung des Heils 1610 fromm verstorben ist, [und] der Mutter Margareta, die, aus dem sehr alten ritterlichen Geschlecht derer von Bünau stammend, im Jahre Christi 1546 geboren, im Jahre 1571 dem Gemahl ehelich verbunden, im Jahre 1610 desselben wieder beraubt worden war, endlich im Jahre 1613 in Christus entschlafen ist, als Beweis der Ehrfurcht und Dankbarkeit der Sohn Gottfried anfertigen und errichten lassen."

oo 1571 Margarethe von Bünau a.d.H. Pahren [1546 - 1613]

Heinrich von Schönberg
Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz von 1602 bis 1618
Gottfried von Wolffersdorff
Jurist, Sächsischer Appellationsrat, Hauptmann zu Weißenfels
Sohn von Hans von Wolffersdorff zu Dehlitz
Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz, Dehlitz, Kühdorf und Hainsberg
+ Dehlitz 30.8.1632
oo 2.10.1602 Sabina Schenk von Wiedebach, To. des Christoph Schenk von Wiedebach
+ Dehlitz 12.4.1639
Gottfried von Wolffersdorff kauft um 1618 von Heinrich von Schönberg das Rittergut Endschütz.
Im gleichen Jahr erwirbt er auch das Vorwerk Kleinkundorf.
Um 1660 kommt noch das Rittergut Mosen hinzu. Gottfried von Wolffersdorff fördert und veranlasst die Berufung des aus Weißenfels stammenden Komponisten Heinrich Schütz zum kurfürstl. Kapellmeister nach Dresden.
Ebenso wird auf Gottfried von Wolffersdorff Empfehlung der Komponist Samuel Schein [* Grünhain 1586 + Leipzig 1630] 1615 Kantor an der Thomaskirche zu Leipzig.

Gottfried von Wolffersdorff hat 3 Söhne: Gottfried, Julius und Ehrenfried.
Die Söhne verkaufen 1636 das Rittergut und Kühdorf und Hainsberg für 1.600 Rtl. an ihren Schwager Heinrich von Nitzschwitz auf Trünzig und
1639 das Rittergut Endschütz für 11.500 Gulden an ihren Vetter Gottfried von Wolffersdorff.

Gottfried von Wolffersdorff
auf Endschütz, Culmitzsch [von 1374-1754 war die Familie von Wolffersdorff Grundherr in Culmitzsch. Vorwerke bestanden in Friedmansdorf und Kleinkundorf], Mosen, Wolfersdorf/Berga, Dehlitz/Merseburg, Markröhlitz/Weißenfels.
* auf der Wasserburg zu Culmitzsch 12.1.1605
als Sohn des Heinrich von Wolffersdorff und seiner Frau Maria Salome von Hünerkopff a.d.H. Mannichswalde
+ Mosen 3.8.1676
oo 1649 Anna Sabina von Naundorf a.d.H. Naundorf, To. des Ehrenfried von Naundorf zu Großenstein
+ nicht in Endschütz
Ehrenfried von Wolffersdorff
Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz, Letzendorf, Rußdorf und Hilbersdorf
erbt 1676 von seinem Vater Gottfried von Wolffersdorff das Rittergut Endschütz
1684 Domherr [Canonicus] zu Naumburg
Cantor und Gerichtsinspektor, Exzellenz und Diakon des Hohen Stifts Naumburg und Obersteuereinnehmer der Regierung Sachsen-Zeitz zu Moritzburg/Elster.
* Endschütz 21.7.1656
~ Endschütz 25.7.1656
+ wo? 5.4.1725
I oo Endschütz 6.11.1679 Maria Magdalena von Tettau, To. des Hans Friedrich von Tettau zu Zoppoten
+ Leipzig 7.8.1687 [kinderlos]
II oo Kauern 1688 Maria Sophia von Ende, To. des Carol Joachim Henrichs von Ende

"[Aufgebot Endschütz]
Dom. Sexages. d. 19. [sic!] Februart ist der Hochw. Hochadlgeborne Herr Ehrenfried von Wolffersdorff auf Endschüz Canonicus Numburgensis, mit der Hochadelgebohrnen Jungfrau Maria Sophia, des Hochadelgebohrnen Herrn Carol Joachim Henrichs von Ende uff Kauern [...] und folgendes Montags den 20. [sic!] Zu Kauern copuliret worden."

+ Naumburg 21.12.1700

Christian Ehrenfried von Wolffersdorff
Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz und Moderwitz/Neustadt an der Orla
ab 1731 Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz
* Naumburg 29.6.1691
+ Endschütz 17.11.1735
++ Endschütz 21.11.1735
"Gedenkstein in der Kirche zu Endschütz, aus Sandstein, verwittert, auf einem Schild in Schnörkel-Umrahmung.
Aufsatz geschweift, mit Doppelwappen, darauf eine Krone."
Inschrift [schwer lesbar]:
Denckmahl Des weÿl. Hochwohlgeb. Hrn: Christian Ehrenfried von Wolffersdorff in Endschütz [...]1735 [...] v. Thüngen [...]

"1735, den 17. Novembr. nachts gegen 11 Uhr entschlief im Herrn, der weyland Hochwohlgeborne Herr, Herr Christian Ehrenfried von Wolffersdorff Erb- Lehn- und Gerichtsherr allhier wie auch der Kirchen, Pfarr-, Schul- und Patronis ein gnädiger, sanftmütiger Herr, und wurde den 21. [...] in hiesiger Kirchen nahe beÿ den Altar beÿgesetzet."

oo Augusta Maria Eva Reichsfreiin von Thüngen
+ Endschütz 2.10.1756

"Frau Augusta, Maria, Eva, gebohrne Reichsfreiin von Thüngen, aus dem Hochadel. Hauße Thüngen und Budisin [Baudissin] in Francken, Des Weÿl. Hochwohlgeb: Herrn, Herrn Christian Ehrenfried von Wolffersdorff Erb- Lehn und Gerichtsherrn auch Kirch Pfarr und Schul Patroni allhier zurückgelaßne Frau Gemahlin [...] und wurde des dritten Tags darauf zur Erde bestattet [...]"

 Gedenkstein für Christian Ehrenfried von Wolffersdorff zu Endschütz

Epitaph für Christian Ehrenfried von Wolffersdorff gestiftet von seiner Gattin Augusta Maria Eva Reichsfreiin von Thüngen

Wappen von Wolffersdorff "springender Wolf" und
Wappen von Thüngen "die Freyherrn von Thüngen führen in einem silbernen Feld einen guldenen mit drey Wellen=weiß gezogenen rothen Stäben [...]"

Die beiden Wappen sind als Allianzwappen anzusprechen. Die zwei nebeneinandergestellte Schilde sind leicht zueinander geneigt und aufgelegt mit einer Krone.
Foto: Werner Roth, 2015

Adam Ehrenfried von Wolffersdorff
Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz, Letzendorf, Hilbersdorf, Rußdorf
1761 Mitbesitzer des Rittergutes Unterreudnitz/Greiz
Die Familie lebt in Zeitz, wo Adam Ehrenfried von Wolffersdorff Stiftsregierungsrat ist.
* Endschütz 6.11.1733
~ Endschütz 8.11.1733
+ Endschütz 28.11.1794 [61 J. 3 Wo. 1 T.]
++ Endschütz 3.12.1794

"in die Gruft seiner Hochwohlgeb. Frauen Mutter nahe am Altar beÿgesetzt"

oo 14.6.1753 Augusta Sophia Regina von Harraß, To. des Adolph Carl Wilhelm von Harraß zu Alstädt [Allstedt?]
+ Endschütz 12.11.1790 [59 J.]
++ Endschütz 16.11.1790

"in der Gruft Ihres seel. Hr. Schwiegervaters, Christian Ehrenfried von Wolffersdorff, nahe am Altar beÿgesetzt."

Als der Endschützer Pfarrer Johann Friedrich Schumann am 4.3.1773 Augusta Sophia Regina von Wolffersdorff als Patin zur Taufe seines Sohnes Friedrich August Gottlob bestellt, ahnt niemand, dass später dessen Sohn Robert Schumann ein berühmter Komponist sein würde.

August Schumann, Verlagsbuchhändler
Vater des Komponisten und Musiker Robert Schumann
* Endschütz 2.3.1773
+ Zwickau 10.8.1826
oo Geußnitz 25.10.1795 Johanna Christiana Schnabel
älteste To. des Abraham Gottlob Schnabel [1737 - 1809] Ratschirurg zu Zeitz und der Johanne Sophie Lessing [1745 - 1818]
* Geußnitz 28.11.1770
+ Zwickau 4.2.1836


Gedenktafel für August Schumann

Gedenktafel für August Schumann
Foto: Werner Roth, 2015

"I.N.J. 1773.
Mir, Johann Friedrich Schuhmann, verordneter Pfarrer allhier, wurde von meiner Eheliebsten, Christianen Magdalenen, einer gebornen Böhmin aus Eisenberg den 2 Mart. früh halb 8. Uhr, ein Sohn gebohren, welcher den 4.ten huj. zur heil. Taufe befördert und Friedrich, August, Gottlob, genennet wurde. Die Taufzeugen hierzu waren
1. Die Hochwohlgeb. Frau, Augusta, Sohia, Regina, des Hochwohlgebohrnen Gerichts=Herrn, wie auch Kirch, Pfarr und Schul=Patroni allhier, Herrn Adam Ehrenfried von Wolffersdorff, Frau Gemahlin.
2. S. T. Herr Heinrich Gottlob Müller, aus Berga, p.t. Gerichts-Director allhier.
3. Herr Christian Friedrich Böhme, angesehener Bürger und Zeug=Händler in Eisenberg, mein vielgeliebtester Herr Schwieger=Vater.
Von diesen Ehe=Seegen dancken wir Gott von Grund unseres Herzens und bitten ihn, daß Er Mutter und Kind gesund und in seiner Gnade erhalte, und das Kind ihm zur Ehre und uns Aeltern zur Freude aufwachsen laße um Jesu Willen. Amen."

Johann Friedrich Schumann [um 1746 - 1809] ist der Großvater von Robert Schumann und war von 1771 - 1788 Pfarrer in Endschütz.

Carl Christian Gottlob von Wolffersdorff
Fürstl. Reuß. Plauischer Major und Erb-, Lehn- und Gerichtsherr und Kirchenpatron auf Endschütz, Letzendorf und Rußdorf
zieht 1796 nach Lobenstein
* Endschütz 10.11.1762
+ Endschütz 7.6.1832 [70 J. weniger 1/2 J.]

"begraben auf dem Kirchhof unter Laternenschein mit 2 Reden von mir [Immanuel Traugott Claußnitzer] und dem Herrn Pfarrer Röller [Gottlieb Wilhelm Röller] in Wolfersdorf"

oo Culmitzsch 29.11.1794 Mariane Sophia Wilhelmine von Wilcke, To. des Ernst August von Wilcke auf Dreitzsch bei Neustadt/Orla

Ernst August von Wilcke, königl. sächs. Amtshaupmann und Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Dreitzsch bei Neustadt/Orla
+ Endschütz 22.4.1826 [71 J. 11 Mo. 19 T.] <> Endschütz 25.4.1826

* Dreitzsch 24.2.1778
+ (nach 1825) nicht in Endschütz

Am 11.5.1824 wird dem Endschützer Pfarrer Immanuel Traugott Clausnitzer eine Tochter Maria Augusta als erstes Kind geboren und am 18.5.1824 daselbst getauft. Sie ist die spätere Schriftstellerin Maria Clausnitzer-Hennes [1824 - 1864].

"[Die Paten sind:]
1. Mariane Sophia Wilhelmina von Wolffersdorff, des Hochwohlgeb. Herrn Christian Gottlob von Wolffersdorff, Majors von der Armee und Erb- Lehn- und Gerichtsherrn auf Endschütz, Frau Gemahlin.
2. Herr Friedrich Ernst Heubner, gegenwärtiger Pfarrer in Mosen.
3. Sophie Wilhelmine Bartky, des Herrn Pastorem. M. Heinrich Ludewig Bartky von Weisbach Jgfr Tochter. An deren Stelle stand ihre Jgfr Schwester: Eleonore Caroline Friederike Bartky."

Maria Clausnitzer-Hennes, Schriftstellerin
Nach ihr ist das Mariental in Endschütz benannt.
Der spätere Besitzer von Endschütz, Commerzienrat Carl Sieber, hat ihr zum Andenken eine Marienstatue als Denkmal setzen lassen.
* Endschütz 11.5.1824
+ Wiesbaden 21.1.1864
oo Endschütz 30.8.1859 Goswin Aloys Hennes [1827-1889], Klavierpädagoge und Komponist zu Mainz
Tochter: Therese Hennes
Pianistin; Konzertreisen führte sie in zahlreiche deutsche Städte sowie nach London, Brüssel, Wien und Paris.
* Wiesbaden 21.12.1861 [die Mutter Maria Clausnitzer-Hennes starb, als Therese Hennes zwei Jahre alt war]
+ (nach 1885)

Eduard Ernst Karl von Wolffersdorff
kgl. preuß. Rittmeister und Premierleutnant auf Wolfersdorf, Endschütz und Auligk/Zeitz
Eduard von Wolffersdorff ist der letzte Wolffersdorffer Besitzer von Endschütz.
Kinder bis 1829 in Wolfersdorf
1869 Poststallmeister zu Zeitz
* Endschütz 6.5.1798
+ Zeitz 5.11.1869
++ Endschütz 8.11.1869 "auf dem Friedhof"

"Der Verstorbene wurde nach seinem letzwilligen Wunsche an der Seite seines sel. Hr. Vaters bestattet nachdem sein Sarg auf einem von Postpferden gezogenen Wagen, Montag, den 8. November hier angekommen war."

oo Wolfersdorf/Berga 15.3.1821 Auguste von Beulwitz, To. des Karl von Beulwitz
* Lobenstein 2.2.1796
+ Zeitz 18.1.1870
++ nicht in Endschütz

Herrenhaus Rittergut Endschütz

Herrenhaus Rittergut Endschütz
Foto: Werner Roth, 2015

1870 kauft Josef Reichart aus Kauern das Rittergut Endschütz. Er hat zwanzig Jahre den Vorsitz des Gemeinderates des Bezirks inne und ist zehn Jahre Großherzogl. Standesbeamter.

Commerzienrat Carl Sieber kauft 1897 das Rittergut Endschütz.

Der Sohn Günter Sieber übernimmt das Gut von seinen Eltern.

Günter Sieber verkauft 1936 den gesamten Besitz an Rudolf Voigt.

1939 ersteigert der Pächter vom Rittergut Mosen Erich Fricke das Rittergut Endschütz.

1945 werden im Gutsbereich im Rahmen der Bodenreform Siedlerstellen eingerichtet.

2003 wird das Gut durch Susann Schmidt erworben.

vor der Kirche zu Endschütz im Juni 2015 anläßlich der 775-jährigen Ersterwähnung von Wolfersdorf bei Berga

Peter-Andreas von Wolffersdorff, Wolf und Marianne von Wolffersdorff, Werner und Loni Roth

Peter-Andreas von Wolffersdorff, Wolf und Marianne von Wolffersdorff, Werner und Loni Roth

 Wolf und Marianne von Wolffersdorff, Werner Roth

Wolf und Marianne von Wolffersdorff, Werner Roth

Legende: * geboren, oo verheiratet, + verstorben, ++ begraben

• Fortsetzung der Allgemeinen Historischen Lexici [...], Leipzig, 1740
• Jahrbuch des Deutschen Adels, III. Band, 1899
• August Wilhelm Bernhard von Uechtritz: Diplomatische Nachrichten adelicher Familien [...] v. Wolffersdorf, Leipzig, 1792
• OTZ vom 6.3.2014
• Wikipedia: Rittergut Endschütz
• Henriette Joseph, Gerhard Hempel, Haik Thomas Porada: Das nördliche Vogtland um Greiz, Köln 2006
• Heinz Wiessner: Das Bistum Naumburg, in Germania Sacra Neue Folge 35-1 und 2, Berlin/New York, 1997/98
• Matthias Donath: Die Besitzungen der Familie von Schönberg in Sachsen
• Inschriftenkatalog: Landkreis Weissenfels, Nr. 238 Dehlitz, Kirche
• Ahnenliste von Robert Schumann
• Herbert Hüllemann: Die Geschichte der Rittergüter in Reuß älterer Linie, Jena, 1939
• Genealogisches Taschenbuch des Uradels, Bd. 2, Brünn, 1893
• Mitteilung Marianne v. Wolffersdorff, Bad Pyrmont, 2015
• Christian Melzer: Historia Schneebergensis renovata [...], Fulda, 1716
• Cyriacus Spangenberg: Historischer Ausführlicher Bericht Was Adel sey und heisse [...], 1594
• Hans von Mergenthal: Gründliche und warhafftige beschreibung der löblichen und ritterlichen Reise und Meerfart [...] nach Hierusalem [Jerusalem]
• Carl August Hugo Burkhardt: Geschichte der sächsischen Kirchen- und Schulvisitationen von 1524 bis 1545, Leipzig, 1879
• KB Endschütz
• Robert Eisel: Sagenbuch des Voigtlandes, Nr. 775, 1871
• Sebastian Jacob Jungendres: Einleitung zur Heraldic [...], Nürnberg, 1729
• Paul Lehfeldt: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens, Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt
• Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.: Biografie Hans von Wolffersdorff [1549 - 1610]
• Jahrbuch des Deutschen Adels, Bd. 3, Berlin, 1899
• Silke Wenzel, Artikel "Therese Hennes", in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 20.8.2014.
• Günther Wolf v. Wolffersdorff: Wolffersdorff, Familienchronik 933 - 1965, Druck Josef Dötsch, Zwiesel 1968